EWAKA Foundation

Heute will ich euch mal etwas mehr über die EWAKA Foundation berichten. Sie wurde von Jonas (Erinnert ihr euch an den letzten Blogeintrag? Genau. Der Ugander mit den vielen Jobs.) und Eva, einer ehemaligen Freiwilligen des ASC Göttingen gegründet. Um aber die Entstehungsgeschichte zu erzählen muss ich ein bisschen weiter ausholen:

Jonas Eltern sind schon früh gestorben, weshalb er bei seinem Onkel in Kampala wohnte, um dort zur Schule zu gehen. Dies war ihm aber nur möglich, weil er durch eine bestimmte Regelung keine Schulgebühren bezahlen musste. Mit 14 Jahren wurde er durch sein großes Talent von einer Dance-Company entdeckt und tourte mit ihr durch Ostafrika. Durch eben diese Tanzkünste bekam er immer mehr Stipendien, wodurch er in England und New York studieren konnte. Ein anderer Mensch wäre jetzt vielleicht abgehoben und hätte sich in seinem Ruhm gesonnt. Nicht aber Jonas, der während der Zeit in England drei Stunden pro Nacht geschlafen hat, um durch seine zusätzliche Arbeit die Schulgebühren seiner Geschwister zu bezahlen. Er wollte auch seine Begeisterung für das Tanzen weitergeben. So machte er eine Weile lang sogenannte „Dance-Outreaches“. „Outreach“ heißt normalerweise, dass man zu den Straßenkindern geht und mit ihnen über ihre Situation und Vergangenheit spricht, ein wenig Essen mitbringt und versucht einen Weg zu finden, wie sie in die Schule gehen können. Jonas hat das mit dem Tanzen verknüpft. Er hat sich also mit Straßenkindern getroffen, mit ihnen getanzt und danach über ihr Leben und ihre Talente geredet. Er hat aber gemerkt, dass ihm das zu wenig ist, weil die Kinder danach wieder in ihren Alltag zurückkehren und trotzdem ohne Dach über dem Kopf schlafen müssen. Deshalb hat er eine Ruine in Kampala etwas restauriert. Dort haben dann auch 36 Straßenkinder gelebt, bis die Regierung beschlossen hat dieses Haus abzureißen.

Eva war in ihrem Freiwilligenjahr in Kampala und hat sich dort in einem Fitness Studio mit einer Putzfrau angefreundet. Diese heißt Esther. Ihre Lebensgeschichte ist auch sehr bewegend. Sie wuchs in einem Dorf im Osten Ugandas auf. Mit 18 Jahren heiratete sie und bekam sogleich das erste von fünf Kindern. Ihr Mann hatte aber bald schon andere Geliebte und schlug Esther manchmal bis zur Bewusstlosigkeit. Der einzige Ausweg war für sie nach Kampala in die große Stadt zu gehen, dort bei ihrem Cousin zu leben und einen Job zu finden. Im Fitness Studio arbeitete sie von 6 Uhr morgens bis abends um 10. Als Eva sie traf war ihr größter Wunsch ihre Kinder vom Dorf zu sich zu holen.

Jonas und Eva schlossen sich zusammen und gründeten die EWAKA Foundation (das bedeutet „Zuhause leben“). Sie mieteten ein Haus in einem Slum in Kyebando, Kampala. Schon bald kamen Ronald und Tracy, sowie der kleine Ashiraf zu der Familie hinzu. Ihre Mütter konnten das nötige Schulgeld nicht mehr aufbringen und sich auch nicht mehr um ihre Kinder kümmern. Durch Schulprogramme mit Jonas Dance-Company „Keiga“ in Deutschland und ein paar Sponsoren können die Schulgebühren der EWAKA Kinder und das tägliche Leben (Essen, Wasser etc.) finanziert werden. Die Kinder der Umgebung profitieren aber auch von dieser Organisation. Ich habe ja schon geschrieben, dass im Hof immer ca 30 Kinder herumspringen. Sie dürfen mit den Bällen Fußball und auch mal eine Runde „Memory“ mitspielen. Die Spielsachen sind alles Spenden von Eva und ihren Unterstützern und so etwas wie ein Highlight in dieser Gegend. Viele der Kinder von außerhalb können aber kein Englisch sprechen, weil die Familien sich das Schulgeld nicht leisten können. Deshalb will die EWAKA Foundation mehr Platz für diese Kinder schaffen.

Sie steht jetzt aber vor dem nächsten Problem. Das Haus befindet sich direkt neben einer Hauptverbindungsstraße von Entebbe über Kampala nach Jinja. Sie ist einspurig, wodurch zur „traffic time“ die Autos in einer Schlange stehen, ohne einen Zentimeter weiterzukommen. Manche Ugander stehen echt am Tag manchmal 2-3 Stunden im Stau. Dies will die Regierung jetzt ändern und die Straße ausbauen. Das bedeutet für das die EWAKA Family, dass ihr Haus innerhalb der nächsten 3 Monate abgerissen wird, sie also ihr erstes Zuhause wieder verlieren werden. Jonas und Esther schauen deshalb gefühlt jeden Tag die verschiedensten Häuser der Gegend an. Wenn die EWAKA Foundation aber umzieht, verlieren die Kinder der Umgebung einen schönen Spielplatz und auch die Möglichkeit durch den Kontakt mit uns ein wenig Englisch zu lernen.
Deshalb ist das große Ziel ein Haus in Jinja (außerhalb von Kampala) zu bauen, um genügend Platz für alle zu finden. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.

Julians und meine Aufgabe ist es dieses Jahr, Sponsoren und Patenschaften für die EWAKA Family zu finden. Wir sollen die website aktualisieren und auch durch facebook Öffentlichkeitsarbeit leisten. Ich gebe euch dann Bescheid, wenn ihr auf diesen Seiten vorbeischauen könnt. Wir müssen uns da jetzt erstmal reinarbeiten. Das heißt aber nicht, dass das nächste Jahr nur aus Büro-Arbeit besteht. Wir sollten natürlich auch den Kontakt zu unseren Kindern halten. Diese sind immer bis um 5 Uhr in der Schule, weshalb wir jeden Tag von 4-6 Uhr dorthin gehen und mit den Kindern spielen. Am Wochenende planen wir dann größere Aktionen, wenn alle Kinder dabei sein können. Hier besteht auch die Verknüpfung zur „Northern Bypass School“, an der wir unterrichten, denn die EWAKA-Kids gehen dort hin.

Ich bin auf jeden Fall motiviert in dieser NGO mitarbeiten zu können. Ich glaube in der nächsten Zeit wird es einige Veränderungen geben. Mal sehen, was da auf mich zukommt!

Detailliertere Informationen über die EWAKA Foundation folgen dann bald auf facebook oder der website!

Viele sonnige Grüße aus Uganda!

Das Haus in Kyebando.

Das Haus in Kyebando.

Ronald (links) und Esther (rechts)

Ronald (links) und Esther (rechts)

Die Kinder vor dem EWAKA Eingangstor.

Die Kinder vor dem EWAKA Eingangstor.

Ohne Worte..

Ohne Worte..

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Ein Gedanke zu “EWAKA Foundation

  1. Pingback: Jinja | Nici in Uganda

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