Weihnachten & Silvester

 

Soo.. ich melde mich auch mal wieder zu Wort und ich hab ganz schön viel zu berichten!

Ich fang mal mit dem 22. Dezember an:
Das BPU, SASCU und EWAKA haben zusammen eine Weihnachtsfeier für alle Kids organisiert. Der SASCU Hof verwandelte sich in einen großen Spielplatz für rund 70 Kinder. Abramz und seine Gefährten haben wieder für ein tolles Programm gesorgt. Dieses Mal gab es eine Breakdance, eine Walking und eine Beatboxing Class, wie das letzte Mal. Hinzu kam noch eine Singing Class, die von Abramz Bruder geleitet wurde, der eine wundervolle Stimme hat. Außerdem wurden Tische und Stühle aufgestellt, wo man Karten- oder Brettspiele spielen konnte. Den ganzen Mittag wurde fest trainiert. Dazwischen gab es für jeden Pilau, Fleisch und Soda. Die Kinder waren glücklich, das konnte man in all ihren Gesichtern lesen. Vor allem aber unsere neuen Kids konnten es kaum fassen. Ich glaube sie dachten, dass sie im Paradies angekommen sind. Abramz hat mir später von einem Gespräch mit Bashir, unserem fünfjährigen Straßenjunge aus Jinja, erzählt. Sie haben ein Frage-Antwort Spiel gespielt und als Abramz den Kleinen fragte, woher er denn kommt, also von welcher Organisation, meinte Bashir: „Von einem Ort, wo es gaaaaaaanz viel Reis gibt.“ Für Bashir, der sich früher aus den Resten vom Müll ernähren musste, ist die Aufnahme in unser Projekt glaube ich etwas lebenveränderendes. So etwas zu hören macht einen selbst schon glücklich.

Am Ende durfte jede Gruppe ein kleines Stück aufführen. Echt erstaunlich, wie Kinder soo schnell lernen. Übrigens habe ich auch meine Beatboxing Skills ausgepackt. 🙂

Hier ein kleiner Einblick in den Tag:

Am 23. Dezember stand dann Nicis 20. Geburtstag an. Da sie keinen genauen Plan hatte, wie sie ihn verbringen will, hab ich Jonas gefragt, ob wir in seinem Haus eine Überraschungsparty schmeißen dürfen. Das ging natürlich klar. Eva und ich haben versucht im Gasofen einen Kuchen und ein paar Muffins zu backen. Das kam gut an! Dazu haben wir aus frischen Früchten eine lecker Bowle gezaubert. Außerdem haben wir den Chapati Man vor unserem Haus gefragt, ob er seinen Stand in Jonas Hof aufbauen kann. So war auch für einen Mitternachtssnack gesorgt.
Was ich aber nicht genau bedacht habe, war die African Time. Eigentlich hab ich allen Freunden gesagt, sie sollen um 10 Uhr da sein. Da ich schon bisschen Puffer eingeplant habe, meinte ich zu Julian, dass sie mit Nici um halb 11 loslaufen sollen und ihr erzählen sollen, dass wir erst zu Jonas gehen und danach zum Feiern. Naja, als dann um halb 11 nur 2 Leute da waren, mussten wir die Zeit noch zweimal um eine halbe Stunde nach hinten verschieben. Um halb 12 sind die 3 dann losgelaufen. Als ich die Nachricht von Julian in WhatsApp bekommen habe, war erst die Hälfte der Leute da, denn die anderen sind alle Sekunden vor Nicoles Ankunft noch ins Tor reingeschlüpft. Als sie dann reinkam, haben wir sie mit Luftballons beworfen, gesungen und sie umarmt. Die große Überraschung war es dann doch nicht, denn sie hatte schon eine Vorahnung wegen den vielen Zeitverschiebungen und als ihr auf dem Weg auch noch Hamis und Phillip begegnet sind, weil sie Jonas Haus nicht gefunden haben, war sie schon darauf gefasst, was kommt.
Trotzdem wurde es eine schöne Feier, die bis tief in die Nacht ging…

An Weihnachten war ich erst im Projekt. Eva & ich haben Julian mit allen Kindern zum Basketballplatz losgeschickt, damit wir in Ruhe vorbereiten und kochen können. Als die Kinder dann hereinplatzten, kam schon ein bisschen Weihnachtsstimmung auf, auch wenn die Außentemperatur ca 28° Celsius betrug und es mitten am Tag war. Vor einem riesigen Mittagessen mit Hühnchen, Reis, Chapati, Früchten und Soda, hat Jonas die Kinder gefragt, was denn das schönste Erlebnis für sie dieses Jahr war. Anna sagte zum Beispiel, dass sie es toll findet, Basketball und Breakdance lernen zu drürfen und Shadia (neues Kind aus der Village) meinte, dass sie froh ist, sich jetzt gesund ernähren zu können. So etwas zu hören, hat mich echt motiviert noch mehr Energie in unser Projekt und die Sportangebote zu stecken.

Als alle sich vollgestopft hatten, gings ans Geschenke auspacken. Da wir sehr viele Spenden von Paten und anderen Sponsoren aus Deutschland erhalten haben, konnten wir für jedes Kind ein Päckchen schnüren. Alle setzten sich in einem Kreis auf den Boden. Nun wurde reihum gewürfelt und wer eine 6 erhielt, durfte sein Geschenk aufpacken. Das Kind setzte sich in die Mitte des Kreises und alle freuten sich mit ihm. Das ging eine Weile und die letzten durften dann fünf Mal hintereinander würfeln, sonst hätte es kein Ende gefunden. Manche von den Kindern mit Paten haben auch echt schöne Briefe und Bilder erhalten. Nach einer kurzen Pause gings an die Geschenke, die für alle gedacht waren. Darunter war auch mein „Bälle für Uganda“ Paket. Ich kann nur sagen, dass das mein ganzes Weihnachten verschönert hat, denn als die Bälle ausgepackt wurden, gings los: Jeder schnappte sich einen und alle stürmten nach draußen, um Hand-/ Fußball zu spielen, herumzutanzen oder andere lustige Dinge damit anzustellen. Die Luft hat förmlich vibriert vor lauter Freude (wenn man das so sagen kann?). An dieser Stelle nochmal ein ganz GROSSES Dankeschön, an alle die entweder Bälle, Bücher oder Spiele gespendet haben!!!!!

Ich glaube, diese Bilder zeigen gut, wie schön dieser Tag war:

Abends waren wir als WG mit Jonas & Eva schön Schnitzel essen.

Am nächsten Tag haben wir mit unseren ugandischen Freunden bei Fahadhi daheim gekocht. Scooter hat gemeint, dass das sein schönstes Weihnachten bisher war. Es war auch ein super lustiger Tag und hat mein Weihnachten perfekt gemacht, so dass ich meine Familie nicht zu sehr vermisst habe.

 

 

…und noch ein kleines Video dazu:

 

Am nächsten Tag gings dann schon weiter mit dem Bus von Kampala nach Dar Es Salam. Eine 2-Tages-Reise, die ich nächstes Mal eher durch einen Flug ersetzen werde. Eigentlich haben wir die ganze Zeit mit Schlafen verbracht. Der Bus musste alle Stunde anhalten, um repariert zu werden. Der Höhepunkt war dann aber kurz vor Dar, als wir unsere gesamte Rückscheibe während der Fahrt verloren haben. Sie wurde eingesammelt und in den Kofferraum gepackt. Wir sind dann aber doch gut angekommen und haben am nächsten Tag die Fähre nach Sansibar erwischt.

Da wir uns eigentlich gar nicht vorbereitet oder informiert haben, kam es auf der Insel zur ersten Überraschung. Wir hätten unsere Impfpässe mit dem Stempel für die Gelbfieberimpfung einpacken sollen. Die lagen aber schön im Schrank in Kampala. Also hat uns die „nette“ Dame vor die Wahl gestellt: entweder 40$ und Impfung oder zurück nach Dar fahren. Nach vielem Herumdiskutieren ging es dann so aus, dass wir ihr unterm Tisch etwas Geld zugeschoben haben und durchkamen. Da haben wir mal schön die Korruption hier unterstützt..

In unserem Bungalow haben wir die anderen 5 Freiwilligen aus Bukoba (Tansania) vorgefunden. Die Tage verbrachten wir am paradiesischen Strand mit schlafen, lesen, essen und schwimmen. An Silvester gabs dann eine schöne Beach Party mit Miniminifeuerwerk. Nici und ich haben schon ein bisschen unsere Freunde aus Kampala vermisst, aber insgesamt kann man sagen, dass wir mit einer perfekten Welle ins neue Jahr geschwappt sind.

Im neuen Jahr haben wir alle einen Ausflug zur Prison Island mit Schildkröten und Stonetown mit einem wunderschönen Nachtmarkt gemacht.

Diese Bilder zeigen unsere Zeit auf Sansibar:

Zurück in Dar mussten wir uns alle leider trennen. Da ich meinen Zeh beim Joggen am Strand ziemlich tief aufgeschnitten habe, sind Nici und ich erstmal das Krankenhaus besuchen gegangen. Die Tansanianer sind weiter auf die Mafia Inseln und Julian hat sich mit Felix am Busbahnhof getroffen, um nach Tanga zu fahren. Danach sind wir per Bus nach Moshi weitergefahren, eine Stadt am Kilimanjaro und Wohnort von Nele und Barbara, die wir auf Sansibar kennengelernt haben. Dort verbrachten wir 2 schöne Tage. Die Jungs sind wieder auf uns gestoßen und wir sind extra um 6 Uhr morgens aufgestanden, um den Kili zu bewundern. Unglücklicherweise war er sehr bewölkt. Hört sich echt verlockend da mal hochzuwandern, aber 1000 $ waren mir dann doch zu viel. Nici und ich haben unsere Reise wieder zu zweit fortgesetzt, denn wir wollten schnellstmöglich heim nach Kampala. Auf den Busfahrten konnten wir, eingequetscht zwischen einer afrikanischen Mama mit echt krassem Hintern und einem schwitzenden Jungen, die verschiedensten Landschaften Tansanias bewundern. Einmal hatten wir fast einen Unfall: Der Truck vor uns hat glaube ich abgebremst und unser Bus musste nach rechts ausweichen und ist von der Straße runtergefahren. Die Leute haben alle geschrien. Es gab ein Verfolgungsjagd und unser Bus stoppte vor dem Truck. Der Busfahrer ist mit einem Metallstock ausgestiegen und alle Leute ihm hinterher. Die Menschen sind richtig ausgerastet. Nach ein paar Minuten konnten wir dann aber zum Glück unsere Fahrt sicher fortsetzen.

Hier ein paar Impressionen von der Reise durch Tansania:

Angekommen in Kampala wurden wir herzlich von allen Freunden begrüßt und auch die Kinder in EWAKA haben fast einen Sauhaufen auf mir gebildet. Es war insgesamt ein toller Urlaub, aber ich freue mich jetzt doch wieder auf meine Arbeit und mein Leben hier in Uganda.

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Das hat mich in EWAKA begrüßt.

 

Euch allen wünsche ich noch ein wunderschönes, frohes und glückliches neues Jahr 2016!

Eure Veronika

P.S. Sorry ich hatte so viel Bildmaterial, aber ich musste das dieses Mal echt eingrenzen wegen meinem Speicherplatz auf dem Blog. Ich hoffe, ihr habt trotzdem einen guten Einblick!

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2 Gedanken zu “Weihnachten & Silvester

  1. Pingback: Geburtstag, Weihnachten mal anders | Nici in Uganda

  2. Liebe Veronika,
    Habe eben Deinen so lebendigen und eindrucksvollen und abenteuerlichen Bericht gelesen und die so wunderschönen Fotos und Impressionen bewundert. Und was mir besonders gefällt ist Dein strahlendes Gesicht, die strahlenden Augen! Deine Begeisterung schwappt auf den Leser über und reißt mit!👏 Ich wünsche Dir auch ein segensreiches, gutes Neues Jahr mit weiteren vielen unvergesslichen Momenten! Ganz liebe Grüße von Gisela

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