Neues aus Uganda (Patenschaftsprogramm, HipHop for Society, Cathy’s Craftsproject und Wahlen)

Ich habe Euch ja berichtet, dass wir vor Weihnachten 10 „neue“ Kinder in der EWAKA Foundation aufgenommen haben: 4 aus einem Flüchtlingsslum in Jinja, 5 aus einem Dorf und 1 Kind aus der Nachbarschaft in Kampala.

Nach nur wenigen Wochen sind mir die Kinder sehr an’s Herz gewachsen. Sie sind alle so glücklich, hier in EWAKA ein Dach über dem Kopf zu haben, ein Zuhause, wo sich jemand um sie kümmert, mit ihnen spielt und lacht, sie einfach mal in den Arm nimmt.

Wir möchten diesen Kindern eine Chance geben und ihnen ermöglichen, eine Schule zu besuchen. Daher suchen wir für diese Kinder persönliche Paten, die den Schulbesuch mit Schulgebühren, Schuluniform und Schulmaterialien. Mit ca. 40 € / Monat können wir die Kinder auf eine private Schule schicken, wer mehr geben kann, sorgt dann noch für den Lebensunterhalt des Kindes. Warum eine Privatschule? Die staatlichen Schulen in Uganda sind sehr schlecht und nicht mit unseren öffentlichen Schulen vergleichbar: Die Lehrer werden nur alle paar Monate bezahlt und sind daher unmotiviert und unzuverlässig, der Lernerfolg ist daher sehr gering. Die Schulgebühren für die private Schule betragen 400 000 UGS pro Term (ein Term entspricht 3 Monaten), das sind 38 € pro Monat.

Die EWAKA Foundation wird über die Schulprogramme der „KEIGA DANCE COMPANY“ in Deutschland finanziert. Gerade ist Jonas mit Kan und Sammy in Kassel an einer Schule, wo sie mit den Kindern tanzen, kochen, trommeln und die ugandische Kultur vorstellen. Das ist, glaube ich, immer eine ganz tolle Woche. Zusätzlich zu diesen Einnahmen finanziert sich EWAKA aus Spenden. An dieser Stelle meiner Patentante Christine herzlichen Dank für ihre tolle Idee, an ihrem Geburtstag für EWAKA Spenden zu sammeln. Das hat mich rieeeeesig gefreut!!!

Mich würde es sehr freuen, wenn sich jemand von Euch bereit erklärt, eine Patenschaft zu übernehmen. Die EWAKA Foundation ist eine kleine und noch junge Organisation, aber die Leute hier haben viel Idealismus und sie wird von Deutschland aus unterstützt. Was ich persönlich an EWAKA so schön finde, ist, dass sie klein und überschaubar ist und die Kinder in ihrer Persönlichkeit und ihren Talenten gut wahrgenommen werden können. Verwaltungskosten fallen bei EWAKA nicht an, da fast alle (mit Ausnahme der „Hausmutter“) ehrenamtlich tätig sind. Die Spenden kommen zu 100 % bei den Kindern an. Die Deutsche Eva Döhr, die Gründerin der EWAKA Foundation (eine ehemalige Freiwillige wie ich), besucht die Einrichtung regelmäßig vor Ort und arbeitet eng mit dem ASC Göttingen, meiner Entsendeorganisation zusammen. Von dort sollen auch künftig jedes Jahr 4 Freiwillige entsandt werden, die in der Einrichtung ihren Dienst tun. Und ich habe fest vor, „meine“ Kinder auch nach meinem Freiwilligenjahr zu besuchen und den Kontakt zu halten.

Als Pate bekommt man durch diese Kontakte also direkt mit, wie die Spende „wirkt“! Persönlicher Kontakt zu „seinem“ Patenkind ist auch durch Briefe oder über „WhatsApp“ möglich. So erlebt man mit, wie das Kind aufwächst und sich entwickelt.

Selbstverständlich schickt die EWAKA Foundation jedes Jahr eine Spendenbescheinigung zu. Als Pate sollte einem jedoch bewusst sein, dass es eine Bindung für mehrere Jahre ist: die Schulzeit des Kindes sollte abgedeckt sein (Primary School 6 Jahre, evtl. Secondary School weitere 6 Jahre). Alles Organisatiorische zur Patenschaft, mit welchen Beträgen ihr was unterstützen könnt, findet ihr auf der homepage der EWAKA Foundation oder hier:

Aufnahmeantrag Mitglieder ewaka fertigSpendenformular EWAKA

Spendenformular EWAKA

Daniel aus EWAKA hat bereits Paten in Deutschland: sie haben ihn Anfang Januar in Kampala besucht, es war für beide eine wunderschöne Zeit. Ich glaube, von der Patenschaft profitieren beide Seiten! Die Kinder haben eine Chance auf eine gute Zukunft und man selbst bekommt einen guten Einblick in die ugandische Kultur. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: „Gutes tun, tut gut!“. Das ist mir besonders klar geworden, als wir die neuen Kinder aufgenommen haben und ich ihre Dankbarkeit und Freude zurückbekommen habe. Und einen anderen Spruch den ich hier sehr passend finde:

Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, dann wird die Welt ein kleines Stückchen besser.“

Jetzt stelle ich Euch noch die Kinder vor, für die Ihr die Patenschaft übernehmen könnt:

Akello Sophia, 3 Jahre alt und aus dem Flüchtlingsslum in Jinja, kuschelt sehr gerne und liebt es auf meinem Schoß zu sitzen. Dass sie ein ganz schlaues Köpfchen ist merkt man daran, dass sie ganz schnell englische Wörter lernt. So bekomme ich ein ganz liebes „Have a nice day!“ hinterhergerufen, wenn ich das Projekt verlasse.

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John und Kato, 4 Jahre alt und die Geschwister von Akello, sind zwei eher zurückhaltende und sehr leicht zufriedenstellende kleine Burschen. Sie machen jedes Programm supermotviert mit.

Bashi, 5 Jahre und ehemaliger Straßenjunge aus Jinja hat ein richtiges Lausbubengrinsen drauf. Er braucht aber genauso wie seine beste Freundin Akello viele Kuscheleinheiten am Tag. Das heißt, dass mein Schoß eigentlich die ganze Zeit von diesen zwei besetzt ist.

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Mystica, 4 Jahre kommt aus dem Slum beim alten EWAKA Haus. Sie ist eine kleine Prinzessin, kann sich aber gegen die Jungs, die sie sehr oft ärgern sehr gut zur Wehr setzen. Ich glaube, dass sie mal eine ganz hübsche Dame wird.

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Joel, 4 Jahre und aus der gleichen Gegend wie Mystica, ist der Sohn von Mamma Grace, die jetzt bei uns eingestellt ist, um auf die Kinder aufzupassen. Sein Englisch ist sehr gut.

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Shadia ist 12 Jahre alt und etwas schüchtern. Sie kann man aber auch für alles begeistern und mit Tracy zusammen kann sie viel lachen.

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Jassin, Fahad, Sula und Musamilu (zwischen 10 und 13) sind aus der Village genauso wie Shadia. Ich glaube die haben schon ganz schön viel mitmachen müssen. Diese 4 sind immer nur im Team beim Fußball spielen auf dem EWAKA Hof anzutreffen.

Ronald, Tracy und Ashirafu waren ja schon davor im Projekt. Ronald, mit seinen 17 Jahren ist der große Bruder und Organisator von allen. Tracy, seine Schwester ist eine sehr liebe und hilft immer mit. Ashirafu hat es faustdick hinter den Ohren, kann aber sehr gut tanzen.

Sind sie nicht toll? Also wenn Ihr Euch für eine Patenschaft für eines meiner Kinder entscheiden könnt, würdet ihr mir einen Herzenswunsch erfüllen!!

 

Letzten Sonntag haben unsere Kinder auch echt gezeigt, dass sie Talente besitzen! Aber ich erzähl mal lieber von vorne:

Das BPU veranstaltet jedes Jahr ein großes Event, genannt „HIP HOP for society“. Alle Sponsoren oder Organisationen, die das Breakdance Projekt unterstützen, dürfen sich dort präsentieren oder auftreten. Abramz war der Meinung, dass wir eine so gute Zusammenarbeit mit dem BPU hergestellt haben und uns dabei echt Mühe gegeben haben, dass unsere Kinder dort dieses Jahr auch auftreten und wir unsere Organisation vertreten dürfen. Das war 2 Wochen vor dem Event.

Aino und Nina aus Finnland, zwei langjährige BPU Mitglieder und auch Tänzerinnen, wurden beauftragt eine Choreografie einzustudieren. Sie kamen sechs Mal zu SASCU, wo wir mit unseren EWAKA Kindern plus Kids von der community hingelaufen sind. Es haben zwar nicht immer alle gut zugehört oder mitgemacht, aber am Ende kam echt eine super Show auf die Bühne.

Ich war super aufgeregt, da ich davor vor ca 1000 Leuten auf Englisch über die EWAKA Foundation reden sollte. Es lief dann aber eigentlich ganz gut. Danach kamen unsere Kleinen auf die Bühne und haben Nina und Hamis nachgetanzt, was so süß war und die Großen sahen echt sehr professionell aus. Ich war überglücklich und auch echt stolz auf meine Kinder. Sie selbst hatten auch wirklich Spaß dabei, das hat mit an den leuchtenden Augen gesehen.

Zudem konnten wir uns als EWAKA Foundation echt gut präsentieren. Vor der Halle hatten wir einen kleinen Stand und Julian und ich haben den ganzen Tag mit den verschiedensten Leuten geredet, die alle gemeint haben, dass sie uns irgendwie unterstützen wollen. Ich bin echt gespannt, was sich da so auf die Beine stellen lässt…

Schaut euch mal den Weg bis hin zum großen Finale an:

 

Dann hab ich noch ein anderes Projekt auf die Beine gestellt. Cathy, unsere Hausmutter ist sehr begabt in Handarbeit, weshalb ich ihr vorgeschlagen habe doch mal mit unseren EWAKA Kindern was zu machen. Jetzt geht sie jeden Samstag für zwei Stunden ins Projekt und bastelt bzw. näht mit den Großen. Gerade sind sie dabei aus alten Reissäcken und Wolle eine Tasche herzustellen. Dafür, dass die Kinder noch nie mit Nadel und Faden umgegangen sind, sieht ihre Arbeit echt super aus. Seht selbst:

 

Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: am 18. Februar wählt Uganda den Präsidenten. Ich habe ja schonmal einen Film von so einer Wahlkampagne reingestellt. Das ist schon verrückt. Zur Zeit hört man überall Musik und Leute die durch ihre Lautsprecher ihre Meinung brüllen. Gestern hat Museveni, der jetzige Präsident, der schon 30 Jahre im Amt ist, bei uns um die Ecke eine Rede gehalten. Davor treten immer Sänger auf. Ich bin mit Ronald dorhin gegangen, aber leider hat Museveni zu lange auf sich warten lassen. Mal sehen wie die Wahlen ausgehen. Die Menschen meinen, dass Museveni eh bleibt, weil er den Frieden gebracht hat. Manche haben aber auch richtig Angst, dass es danach Aufstände von der Opposition gibt. Also verfolgt mal die Nachrichten. Es gibt bestimmt bald Neues aus Uganda.

Hier ein paar Impressionen, wie sowas in Uganda aussieht:

Übrigens bezahle ich solche Veranstaltungen und alles was dazu gehört (Transport und Verpflegung), genauso wie die Materialien für Cathys Projekt immer von euren Spendengeldern.

Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung!

Und auch mal ein großes Dankeschön an all die fleißigen Leser. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich höre: „Ach ja, das hab ich auch schon auf deinem blog gelesen.“

Eure sonnenverbrannte Veronika

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