Busy Times…

So jetzt habe ich echt schon lange nichts mehr von mir hören lassen. Deshalb diese WARNUNG: der Blogeintrag wird lang, da echt viel in den letzten eineinhalb Monaten passiert ist. Ich versuche es aber so gut wie möglich zusammenzufassen und zu gliedern.

Besuch und Reisen:

Nicoles Freundin Fatima kam Ende Februar für einen Monat zu Besuch. Mit ihr hatten wir echt viel Spaß. Sie hat sich sofort super mit unseren Freunden verstanden und auch in unseren Projekten hat sie kräftig mitgeholfen. Es ist echt schön Menschen hier in Uganda einzuführen und ihnen unser Leben zu zeigen. Es ist halt doch was anderes, als nur über den Blog oder über Skype zu berichten, da man die Begeisterung wirklich teilen kann. Ich empfehle es wirklich jedem mal hierher zu kommen!!!

Wir 3 sind mit Fahadhi, Milky und Cyrus zu den Sipi Falls in den Westen von Uganda gereist. Ein wunderbarer Wochenendtrip! An einem Tag sind wir zu 4 verschiedenen Wasserfällen gewandert und da unsere ugandischen Freunde uns einen echt coolen Typ aus dem Dorf als Führer organisierten, haben wir in dem „Pool“ der locals gebadet. Wir waren glaube ich die Attraktion des Tages. Die Nachricht, dass Weiße im Fluss baden gehen hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet, so dass uns am Ende um die 60 Leute zugeschaut haben. Nachts haben wir dann einen wunderbaren Sternenhimmel über uns gehabt, da die Sipi Falls etwas höher auf dem Mount Elgon liegen. Wenn man nach Uganda reist, sollte man unbedingt dorthin gehen.

 

 

Ende März kam dann meine Familie zu Besuch. Das war echt ein schönes Wiedersehen, da man sich mit der Familie ja immer wohl fühlt! Mit ihnen gings dieses Mal in Richtung Westen zum Queen Elizabeth National Park. Früh morgens konnten wir viele Büffel und Antilopen, sämtliche Arten von Vögeln, Elefanten, die über unsere Straße liefen und sogar eine Löwenmutter mit ihrem Baby im Maul entdecken. Auf einer Bootstour haben wir Krokodile, Flusspferde und noch mehr Vögel gesehen. Einem lokalen Fischermarkt haben wir auch einen Besuch abgestattet, wo wir die 4 Hauptfischarten betrachten konnten. Am nächsten Tag sind wir zu den Baumkletterlöwen gefahren. Das ist etwas sehr besonderes, da sonst nur im Serengetipark in Tansania Löwen auf Bäume klettern. Nach zwei Stunden herumfahren und ohne irgendwelche Löwen zu sehen hatten wir die Hoffnung schon fast aufgegeben. Doch das Glück hat uns wieder eingeholt, sodass wir gleich 8 Löwen auf einmal auf einem Baum sahen. 3 Löwenmamas und ihre 5 Kinder chillten auf dicken Ästen im Schatten der Blätter. Es war schon ein echt tolles Gefühl so nahe an solchen Wildkatzen zu sein.

Auf dem Rückweg nach Kampala haben wir einen Stop bei den Crater Lakes eingelegt. Anscheinend sollten sie in allen Regenbogefarben schillern. Leider hatten wir schlechtes Wetter, so dass der See zu dem wir gefahren sind, wie der Kreuzbergweiher in Weingarten aussah. Da wir aber eh schon da waren haben wir beschlossen noch ein bisschen spazieren zu gehen. Es wurde gesagt, dass man auf dem Forest Walk sehr viele Affen zu Gesicht bekommen würde. Davon haben wir leider keinen gesehen, dafür hatten wir ein echtes Abenteuer uns durch den „Dschungel“ zu schlagen. Der Boden war sumpfig und der Pfad schmal. Kurz vor dem Ende ist Mama von einem Baumstumpf gerutsch und mit einem Fuß sehr tief versunken, wobei sie ihren Schuh fast verloren hat. Vor lauter Lachen hat Theresa nicht mehr auf den Weg geachtet und ist in ein Termitennest getreten. Ich glaube die Bisse der kleinen Tiere taten ganz schön weh.

Als wir zurück in Kampala waren und ich meine Familie durch Downtown geführt habe, ist mir wieder aufgefallen, wie verrückt die Stadt für Europäer erscheint. Auf dem Owino Market haben mal wieder alle herumgeschrien und uns am Arm gepackt und der Old Taxi Park ist etwas Sehenswertes an sich. Da in Kampala jedes Wochenende irgendeine Veranstaltung ist, konnte ich meine Familie gleich zu zwei Events mitnehmen. Einmal ein Musikkonzert, organisiert von der deutschen Organisation „Viva con Agua“. Meine drei Freunde Moze, Jora und Taye sind dort aufgetreten. Danach waren wir noch auf einem Tanzevent, wo meine Familie einen anderen Teil aus meinem Freundeskreis begrüßen durfte. Paula und Theresa haben auch gleich kräftig mitgetanzt.

Wir waren schon die Tage vor Ostern oft bei den EWAKA Kindern, die Papa übrigens Uncle Donalti nennen, was ich voll süß finde. Wir Kinder haben unsere Zeltlager-Lagerfeuerlieder ausgepackt und Papa hat Papierflieger und Frösche mit den Jungs gefaltet. Die Kinder haben sich wirklich gefreut und die Kleinen haben sich auch richtig verwöhnen lassen, indem sie von jedem hochgehoben oder herumgewirbelt wurden (das kann ich leider nicht jeden Tag machen). An Ostern waren wir morgens mit allen Kindern in der Kirche. Sie waren wirklich brav und der Gottesdienst war auch echt schön. Da es in Uganda ja keine Kirchensteuern gibt, hat der Diakon oder Mesner (keine Ahnung wer das genau war) einen Wettbewerb daraus gemacht. Er hat die Menschen in der Kirche in zwei Gruppen aufgeteilt. Je ein Kind hat eine Gruppe präsentiert. Nun hat jeder angefangen Geld in den Sack für seine Seite zu geben. Der Mann vorne hat die Menschen angefeuert immer mehr zu geben. Am Ende hat die rechte Seite gewonnen, da im rechten Sack mehr Geld war. Dem Kind, das die rechte Seite repräsentiert hat, wurde von einem Ministranten ein Geschenk überreicht. Was übrigens auch interessant ist: Es sind nur sehr wenige Leute zur Kommunion nach vorne gegangen. Danach hat mir Ronald erklärt, dass man, wie in Deutschland auch, vor dem ersten Brot erstmal unterrichtet wird. Das ist in Uganda aber nicht so wie in Deutschland in der 3. Klasse. Hier ist es kurz vor der Hochzeit.

Zur Feier des Tages gab es Hühnchen. Die Kleinen machen ja immer nach dem Essen Mittagsschlaf, also hat Mama mit den Großen Eier gefärbt. Vor allem Mamma Grace hat das sehr gut gefallen. Danach haben wir Süßigkeiten versteckt. Das kennen die Kinder hier nicht, aber sie hatten sehr viel Spaß ihre „Nestle“ zu finden. Dann gings ans Geschenke auspacken, die aus euren Kleiderspenden bestanden. An dieser Stelle vielen herzlichen Dank! Ich glaube die Bilder zeigen, was für eine Freude diese Geschenke bereitet haben. Am Ende des Tages waren wir uns alle einig: das war eines unser schönsten Ostern.

In der zweiten Woche waren wir noch drei Tage in Jinja, wo wir einen Tag damit verbracht haben auf dem Nil zu Raften. Haha hatten wir einen Spaß, auch wenn unser Boot zweimal umgekippt ist und Mama einmal einfach verschwunden war. Wir haben sie weiter unten wieder auf dem Wasser aufgesammelt. Unsere nächste Unterkunft war eine paradiesische Insel auf dem Nil, genannt „Hairy Lemon Island“. Am Mittwoch sind wir mit kurzem Stop auf der EWAKA Baustelle, wo schon ein paar Häuser stehen und mir nochmal klar geworden ist, was das für ein Paradies für die Kinder werden wird, nach Kampala gefahren. Es ging gleich weiter zum BPU. Theresa und Paula haben in der Anfängergruppe geschwitzt und Mama und Papa haben die Tänzer bestaunt. Es war echt schön, wie alle meine Familie herzlich begrüßt haben und sich vorgestellt haben. Danach waren Theresa, Mama und ich mit ein paar anderen im Bubbles einem Irish Pub. Jonas und Mama haben zusammen echt witzig getanzt…

Ja und dann war der Urlaub auch schon fast wieder vorbei. Leider wieder viel zu kurz. Ich konnte gar nicht alles zeigen, aber so hab ich jetzt auch mal die Touristenseite von Uganda kennengelernt und verstehe noch mehr, warum Uganda „The Pearl of Africa“ genannt wird.

Bilder unserer Safari:

Bilder in EWAKA:

In der 2. Woche:

 

Projekte EWAKA:

Wie ich euch schon erzählt habe, haben sich nach dem „Hip Hop for Society“ im Januar sehr viele Leute mit uns in Verbindung gesetzt, um mit der EWAKA Foundation zusammenarbeiten zu können. So haben wir jetzt jeden Donnerstagabend Mentor Martin im Projekt, der mit den Kindern Geschichten schreiben und lesen will. „Street light“ ist eine Gruppe von Künstlern, die versucht den Kindern beizubringen sich durch Kunst auszudrücken. Außerdem fängt diese Woche unser Schwimmkurs an, da die Kinder, wenn wir nach Jinja in die Nähe vom Nil ziehen, gut vorbereitet sein sollen. Außerdem kommen immer mal wieder welche vom BPU, um breakdance oder beatboxing zu unterrichte und Cathy mit ihren Handarbeitprojekten. Gerade ist sie dabei mit den Kindern aus Papierperlen Ketten anzufertigen.

Auch ich fange jetzt endlich mein Handballprojekt an. Ich hab bisher noch nicht angefangen, da ich eigentlich ein richtiges Team haben wollte, die auch mal ein Spiel gegen richtige Gegner spielen können. Ich fange jetzt aber einfach mal mit den EWAKA Kindern an.. mal schauen was sich dann noch ergibt. Unser Basketballprojekt konnte ja leider nicht mehr weitergeführt werden, da wir Probleme mit dem Platz hatten.

Ich habe auch mit den Kindern selber Kissen angefertigt. Wow die waren echt glücklich, da manche in ihrem Leben noch nie auf Kissen geschlafen haben.

Hier ein paar Eindrücke. Leider war ich in letzter Zeit nicht so fleißig mit dem Fotografieren. Es werden aber zu jedem Projekt noch Bilder kommen.

Kissenprojekt:

Andere:

 

Handball:

Was ich euch echt schon lange erzählen wollte: die Geschichte, wie ich endlich ein Handballteam in Uganda gefunden habe. Da mein bisheriges Leben in Deutschland ja echt von Handball geprägt war, wollte ich in Uganda unbedingt auch in einem Team mitspielen. Gleich von Anfang an hab ich Leute gefragt, ob sie wissen, wo ich so etwas finde. Ich würde sagen, dass etwa 90 % der Ugander gar nicht wissen, was das ist. Am Anfang haben mir zwei, drei Leute immer etwas gesagt, wo ich suchen soll, aber das ist meistens im Sande verlaufen. Deshalb hab ich irgendwann angefangen bei einem Basketballteam ein bisschen mitzutrainieren. Meine Hoffnung auf Handball hab ich aber nicht ganz aufgegeben. Da ich von irgendwo mitbekommen habe, dass die meisten Unis eine Mannschaft in der 1. Liga haben, bin ich einmal zu Makerere Uni gegangen. Dort hab ich einen Läufer gefragt, der mich zu einem Office gebracht hat, die mir eine Nummer von einem Polizisten gegeben haben etc. Am Ende wurde ein paar Tage später von einem Polizisten angerufen, der für das Handballteam der Polizei zuständig ist. So wurde ich in den offiziellen Handballbund Ugandas aufgenommen. Das Problem ist, dass der Handball in Uganda keinen Sponsor hat. Basketball wird zum Beispiel von airtel, einer Netzwerkfirma unterstüzt.

Ich trainiere jetzt jeden Montagmorgen mit den Policewoman. Leider nicht öfter, weil ich ja schließlich auch noch andere Arbeit habe… Wir trainieren in einer Art Lagerhalle. Auf der einen Seite sind Boxer, auf der anderen Seite, auf einer Art Empore schlafen ein paar Menschen, die dort auch wohnen. Hier ein kleiner Einblick. Wenn es regnet kann man nicht trainieren, da das Waasser in die Halle läuft.

Diese Geschichte hat mir aber gezeigt, dass man hier eben Geduld braucht und die Hoffnung nicht verlieren soll. Wie ein Spruch auch sagt:

Den Europäern gab Gott die Uhr, den Afrikanern die Zeit.

 

Musik / Feiern:

Kampala ist in Ostafrika bekannt als DIE Partystadt. Wenn man will, kann man hier auch jeden Abend in einen anderen Club gehen, mit einer special night (Karaoke, Salsa, Live Band etc.). Die Musik steht auch auf zweiter oder dritter Stelle in ganz Afrika. Number One ist die Musik aus Nigeria. Wer sich ein bisschen amüsiern will, sollte mal ein paar Musikvideos aus Uganda anschauen. Die sind manchmal echt verrückt. Was mir hier am Feiern so gefällt, ist das wir wirklich die ganze Nacht immer durchtanzen. Ich glaube, das liegt auch an meinen Freunden, aber auch an der Musik. Die hat einfach einen Rhythmus, da kann man nicht ruhig bleiben. Ich habe ja schonmal ein paar Sänger in einem Post genannt, aber seid euch sicher: wenn ich nach Deutschland zurückkomme, verbreite ich die ugandische Musik. Und hier noch einen Link zu meinem derzeitigem Lieblingslied:

Macht doch echt gute Laune oder?

Wer jetzt aber irgendwelche Partybilder oder Videos erwartet, sollte hierher kommen und sie selber machen. :p

Cathy’s Business als Beispiel:

Cathy, meine ugandische Mama, frietiert immer kleine Teigwürfel, die sie Duduus nennt. Diese verpackt sie in kleine Plastiktüten und verkauft sie an die kleinen Shops hier in der Gegend. Ich wollte euch das als Beispiel zeigen, wie viele Leute ihr Geld verdienen. Ob mit einem kleinen Gemüse- oder Chapatistand oder eben durch Teigware an die kleinen Shops zu verkaufen. Die Duduuus schmecken auch echt lecker!

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So jetzt habe ich euch mal alles was mir auf dem Herzen lag mitgeteilt. Vielen Dank an alle, die sich immer nach mir erkunden, mir Geld auf mein Spendenkonto überweisen oder auch dass meine Familie mit fast 100 kg Spenden angekommen ist. Danke für eure Unterstützung. Das bedeutet mir sehr viel.

Das Thema des nächsten Blogeintrags wird „Meine Umgebung“ sein. Meine Familie war sehr fleißig im fotografieren, so dass ich das nächstes Mal mit euch teilen will.

Viele herzliche Grüße,

Veronika

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