Was mir noch auf dem Herzen lag

Da meine Familie echt gute Leistung im Fotografieren gebracht hat, möchte ich euch hier ein paar Bilder zeigen, so dass ihr einen besseren Eindruck von Kampala und von den Dörfern in Uganda bekommt.

Kampala ist in allen Bereichen eine interessante und manchmal auch echt verrückte Stadt. Arm & reich liegen hier direkt nebeneinander. Man findet hier richtig luxuriöse, an die Staaten erinnernde Malls. Läuft man von da um die Straßenecke, steht man im nächsten Slum.

Downtown ist einfach nur verrückt! Die Taxis und Bodas fahren kreuz und quer, es sind mega viele Menschen unterwegs. Manche von ihnen tragen schwere Säcke auf dem Kopf, schreien dann nur „Vajo!“ („Geh weg!“) und man weiß sofort, dass man aus dem Weg springen muss. Bei dem ganzen Chaos, denkt man gar nicht, dass die Stadt echt sortiert ist. Es gibt ein ganzes Gebäude, wo man nur Haare kaufen kann, oder eines wo es wunderschöne Stoffe gibt. Wenn man also etwas ganz bestimmtes kaufen will, fragt man einen Local und schon steht man vor einem großen Gebäude mit einer riesen Auswahl. Im Herzen der Stadt liegt der Old Taxi Park, von wo aus Busse und Taxis nach ganz Uganda gehen. Gleich daneben liegt der Owino Markt, größter Markt Ostafrikas. Dort gibt es alles, was man braucht. Ob frisches Essen, Bettzeug, Geschirr oder Kleidung, man findet hier alles. Ich liebe es, die Kleiderstapel zu durchwühlen und das ein oder andere schöne Stück zu finden. Der Lärmpegel kann man mit kaum einem Ort in Deutschland vergleichen. Die Verkäufer preisen lautstark ihre Wahren an oder hauen zwei Plastikflaschen gegeneinander und singen dazu (den Sinn davon hab ich noch nicht ganz verstanden…). Als Muzungu wird man aber auch häufig gerufen und am Arm gezogen.

Ich würde sagen, dass Kampala insgesamt eine echt aufregende aber auch anstrengende Stadt ist!

Einige Impressionen dazu:

Hier noch ein Film vom Old Taxi Park, die Hauptabfahrtsstelle der Taxis zu jeder Stadt in Uganda:

Das Gegenteil davon ist die Village. Ich kann aber über das Leben dort nicht wirklich viel schreiben. Ich weiß nur, dass die Großfamilie zusammenlebt und dadurch immer viele Kinder unterwegs sind. Nachts gibt es kein Licht und fürs Kochen gibt es extra Hütten. Die Menschen arbeiten auf dem Feld und pflanzen Baumwolle, Kaffee oder Bananen. Vor der Schule müssen die Kinder erstmal zum Graben gehen.Wenn ein See in der Nähe ist, gibt es viele Fischer, die über Nacht mit ihren Holzbooten aufs Wasser gehen. Hier sind einige Bilder dazu:

Es gibt so viele unterschiedliche kleine „Unternehmen“ oder Arten, wie Menschen Geld verdienen. Ein kleiner Einblick:

Wie Dinge oder Menschen hier transportiert werden, kann man sich in Deutschland gar nicht vorstellen. Die Taxis sind meist überfüllt, die Lastwägen werden bis zum „Geht-nicht-mehr“ aufgeladen und ab und zu denkt man: “Wie kann man bitte solche riesen Teile, wie zum Beispiel Sofas, auf einem Boda transportieren?“ Die Ugander zeigen dir wie s geht!

Kirchen sind überall zu finden. Ob große prächtige oder kleine Holzschuppen. Dort ist immer was los. Egal zu welcher Tages-/Nachtzeit man an einer vorbeiläuft, hört man Menschen singen, klatschen oder trommeln.

Die Schulen werden von außen immer bemalt. Das macht sie schön bunt.Die Kinder tragen übrigens alle Schuluniformen und müssen aus Hygienegründen ihre Haare abrasieren.Hier ein Beispiel:

Manchmal muss man auch echt über die ganzen Schilder schmunzeln. In einem Dorf hab ich das Hilton Hotel gesehen: eine Hütte aus Holz. Leider hat es das Bild davon gelöscht. Aber hier sind einige andere:

Weltreporter:

Das „Aha“ Ravensburg hat mich zum Weltreporter ernannt. Verschieden Jugendliche, die über die ganze Welt versträut sind, können von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichten. Falls ihr meinen Fragebogen durchlesen wollt, hier der Link dazu:

http://www.aha-ravensburg.de/europa/weltreporter/weltwaerts-erfahrungsberichte

EWAKA:

Unsere Projekte laufen super!

Mein Handballtraining macht den Kids echt Spaß und sie haben auch echt Potenzial. Mir macht es echt Freude zu sehen, wie auch der kleine John den Ball ohne große Probleme zu den großen Jungs passen kann. Da die Kinder aber ja noch nie ein Handballspiel oder so etwas in der Art gesehen haben, hab ich den Film „Projekt Gold“ über die Weltmeisterschaft 2007 gekauft. Zusammen haben wir den angeschaut, um einen ersten Überblick zu bekommen. Jetzt bin ich jedes Mal dabei, nach dem Training einige neue Regeln zu erklären und langsam geht es auch in ihre Köpfe, dass man nur drei Schritte mit dem Ball machen darf.

Mentor Martin ist auch weiter fleißig dabei, den Kindern das Lesen und Geschichten schreiben nahezubringen. Er hat mit den Kids kleine Tagebücher angefertigt. Shadia hat mir ihren Eintrag gezeigt, von der Woche, als ich Geburtstag hatte. Da stand dann: „It made me happy that Auntie Veronika and Uncle Julian came every day this week and that Auntie Veronika celebrated her birthday with us.“. Fand ich voll süß!

Das Schwimmtraining würde ich auch als Erfolg verkaufen. Jeden Samstag morgen geht’s mit dem Taxi zum „Recreation Center“ in Kiwatule. Das ist ein großer Park, mit Spielplatz, Eisenbahn und mehreren unterschiedlich großen Pools. Der Trainer ist ein größerer Typ mit langen Rastas. Er trainiert die Kleinen und die Großen gleichzeitig. So springt er immer von Pool zu Pool. Man sieht schon einen großen Unterschied vom ersten Mal. Die Kids lernen sehr schnell. Für mich ist es auch immer ein mortz Spaß mit den Kleinen durch den tiefen Pool zu laufen, oder sie hochzuwerfen. Daheim sind dann alle immer mega müde und schlafen mit einem lächeln auf dem Gesicht ein. Am nächsten Tag kommt dann aber sofort wieder die Frage, wann wir denn das nächste Mal Schwimmen gehen.

Mit Street light haben die Kinder schon tolle Taschen genäht und T Shirts bemalt und Cathy ist weiterhin dabei mit ihnen Perlen aus Papier zu schönen Ketten oder Armbändern zu machen.

Ich hab euch ja schonmal von dem Film „Shake the dust“ berichtet, wo es um HIP HOP und seinen Einfluss bzw. die Veränderung im Leben der Kinder in Uganda, im Jemen und in Kambodia geht. Fahadhi spielt dort eine große Rolle. Ich habe ihn zu uns ins Projekt eingeladen. Er hat mit den Kinder übers Tanzen geredet. Während dem Film gabs Popcorn und Tee. Vom Film angesteckt, haben alle danach getanzt oder Kopfstände gemacht. War ein schöner Abend.

Er war auch schon öfter da um Breakdance zu unterrichten, wo man auch schon gute Fortschritte sieht.

Ganz neu hinzugekommen ist Teakwando. Unsere Freunde vom BPU gehen immer in die Teakwondo-Gym zum trainieren. Dort war vor Kurzem ein workshop für Anfänger, wo Nici und ich unseren Spaß hatten. Dort habe ich Ahmed kennengelernt, der als einer der ersten in Uganda Teakwondo trainiert hat. Da er Unterstützung von einer deutschen Familie hatte, konnte er auf ein Turnier in Malaysia reisen. Dort hat ihn ein Meister aus Korea gesehen, der ihn mehrere Male zu sich eingeladen hat. Von ihm hat er sehr viel gelernt und war so auch schon bei Wettbewerben in den USA. Seine Talente wollte er aber nicht für sich behalten, deshalb hat er ein Team aus Straßenkindern gegründet, mit denen er letztes Jahr ebenfalls in die Staaten geflogen ist. Sein großes Ziel ist mit den 4 größten zu Olympia 2020 zu gehen.
Am Donnerstagmorgen kam er dann mit einem seiner Jungs zu uns zu EWAKA und hat uns ein paar verschiedene Kicks und ein paar Tricks bei der Selbstverteidigung beigebracht. Vor allem die kleinen Jungs, wie Ashraf, waren super begeistert, aber auch die Mädels waren mit Eifer dabei. Nächste Woche kommt er wieder und dann noch mit mehr von seinen Kindern, so dass sie die Kleineren unterrichten können.

Ein Freund von Jonas & Eva, mit Namen Isaac, hat letzten Montag die Kinder ins Kino eingeladen. Also gings mit dem Matatu in die Acacia Mall, wo wir den 3D Film „The Dschungle Book“ geschaut haben. Als die Kids die Mall betreten haben waren sie glaube ich echt erstmal verwirrt. So ziemlich alle von ihnen haben so etwas noch nie in ihrem Leben gesehen. Sie kamen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus, denn sie mussten alle eine 3D Brille aufziehen, es gab Popcorn für jeden und dann gings auch schon los. Akello hat gefragt, ob wir die Tiere nachher besuchen können. 🙂

Zum Abschluss sind wir noch Aufzug gefahren, was zu einigen Freudenlauten geführt hat. Insgesamt ein echt cooler Ausflug!

Mama hat mir Mäppchen aus Deutschland mitgebracht, die wir bemalt haben. Die Kinder waren so stolz ihre eigenen endlich zu haben.
Vor allem für die Mädels im Haus hab ich Nagellack gekauft. Kam auch bei den Jungs gut an…

Dann darf ich noch eine freudige Nachricht verkünden. Am 11. Mai ist die kleine Maria auf die Welt gekommen. Sie ist die Tochter von Grace, unserer EWAKA Hausmama. Ich durfte übrigens den Namen heraussuchen. Wir haben sie im Krankenhaus besucht. Oh man da herrschen Umstände, die kann man sich gar nicht vorstellen. Da sieht es echt aus wie in einem Kriegslager oder so. Die Frauen mit ihren Kindern liegen auf dünnen Matrazen auf dem Boden. Ein Raum ist so voll gestopft, dass man kaum durchkommt. Jetzt versteh ich, warum alle Ugander Angst vor Krankenhäusern haben. Hier würde ich nicht gerne operiert oder behandelt werden… So passiert es aber häufig, dass die Menschen gegen ihre Schmerzen nur Painkiller nehmen und erst dann ins Krankenhaus gehen, wenn es schon zu spät ist. So war es auch bei Cyrus Tante, auf deren Beerdigung ich war. Aber dazu nächstes Mal mehr.

Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf unser kleines EWAKA Baby. Ist doch immer schön, ein Kind vom ersten Tag seines Lebens heranwachsen zu sehen…

Seminar:

Vom ASC Göttingen aus, hatten wir Ende April unser Zwischenseminar in Bukoba, Tansania. Bukoba liegt direkt am Viktoriasee und dort arbeiten fünf andere Freiwillige. Lisa und Timon bei einer Gehörlosenschule, Luzie und Fabi in einer Schule für Behinderte und Albinos und Phillipo bei Jambo Bukoba, einer Organisation, die Sportlehrer ausbildet. Angeleitet von Yanneck und Ingo haben wir über unsere Erlebnisse und Erfahrungen geredet, unsere sozialen Netzwerke aufgemalt, viel über die Geschichte Ostafrikas erfahren (Genozid Ruanda 94) und über unsere Rolle nach unserem Jahr geredet. Abgerundet wurde das Ganze durch Yannecks Geburtstagsfeier. An einem schönen Lagerfeuer vor dem Haus der Bukoba Freiwilligen haben wir ihm zum Geburtstag singen und gratulieren können.

Die zwei kamen noch für eine Woche nach Kampala, wo wir sie überall mit hin genommen haben. In SASCU haben sie sich mit allen zusammengesetzt, vom BPU waren sie genau so begeistert, wie wir, bei einer EWAKA-Schwimmkursstunde waren sie ebenfalls dabei und Ronald hat sie durchs Slum gespielt, wo sie gegens die Locals ein paar Runden Billard gespielt haben. Mit ihnen haben wir uns das Projekt „SINA“ (Social Inovation Academy) angeschaut. Das ist eine Akademie, die Jugendliche nach der secondary school aufnimmt, die dann durch Mentoren unterstützt eigene Unternehmensideen entwickeln sollen. Dabei wird sehr auf die Nachhaltigkeit geachtet. Wir waren glücklicherweiße an einem Freitag da, wo ein paar Scholars ihre Projekte vorgestellt haben. Eine will veganische Geldbeutel herstellen und die anderen wollen den african fabric wieder verbreiten. Auch Ingo durfte sein 2. Bussiness in Deutschland vorstellen. Er hat die Marke „2use“ gegründet. Bisher fertigt er Taschen aus alten LKW Reifen und Gürten an oder Turnbeutel aus abgelegten Trikots. Ziemlich cool!
Die Häuser auf dem SINA Gelände sind aus alten Plastikflaschen hergestellt. Der Boden besteht aus einem Eierschalenmix und bei den Dächern sind sie sich noch nicht ganz im klaren, ob alte LKW Reifen oder doch nur Stroh besser ist.

Ein sehr sehr interessantes Projekt, das von einem ehemaligen deutschen Freiwilligen gegründet wurde. Mal schauen, vielleicht können wir da ja mal ein paar EWAKA Kinder nach der Schule hinschicken.

Geburtstag:

Am 21. April wurde ich auch schon wieder ein Jahr älter. Auch wenn ich immer noch von allen Baby genannt werde, hab ich beschlossen, dass ich meinen 19. Geburtstag trotzdem feiern will. Am Mittwochabend war ich mit ein paar Freunden in einer Bar, wo eine Live Band gespielt hat. Um Punkt 12 sind sie auf mich zugestürmt und haben Bier über mich geleert. Ist hier wohl so üblich haha. Zwei unsere Kumpels haben bei uns übernachtet und wir haben uns ein wunderschönes Frühstück gegönnt. Mit Mama, Oma und Paula hab ich auch noch kurz geskypt. Danach gings zur Acacia, wo wir uns das beste Eis in ganz Kampala gegönnt haben. In EWAKA haben wir Topfschlagen gespielt. Als Preis gabs ein EWAKA FAMILY Shirt für jedes Kind und dazu einen Luftballon. Da hatten wir mal wieder sehr viel Spaß zusammen. Abends haben wir noch eine Performance unserer Freunde angeschaut und waren danach alle zusammen im Kino. War also ein wunderbarer, mal wieder unvergesslicher Tag.

Am Samstag danach haben Aino (finnische Tänzerin, die seit 5 Jahren regelmäßig nach Uganda kommt), Cyrus und ich unsere „Triple Birthday Party“ gefeiert. Zum Essen gabs Guacamole mit Chapati und Nudel Salat. Nicole hat uns einen sehr leckeren Geburtstagskuchen gebacken. Außerdem haben DJ Issa und DJ Isaac aufgelegt und Kibazzi haben wir gefragt, ob er ein paar Fotos für uns macht. Es sind mega viele Leute aufgetaucht. Bis ins Morgengrauen haben wir getanzt und gefeiert. Insgesamt war es eine wundervolle Nacht, umgeben von meinen Freunden hier in Uganda.

So das wars mal wieder.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Familie Müller und Familie Zwießele, die die Patenschaften von Ronald, John & Kato übernommen haben. Hat mich sehr gefreut.

Viele liebe Grüße,

Veronika

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