Endspurt

Wow in letzter Zeit ist mal wieder viel passiert. Jetzt geht’s ja auch leider schon in die Endphase meines Jahres. Ich kann aber nur sagen, dass es mir hier eigentlich immer besser geht und wenn ich so ans Abflugsdatum denke, dann zieht sich alles in mir zusammen. Ich glaube, ich werde mit einem lachenden und einem weinenden Auge in München am Flughafen ankommen.

Jetzt aber zu den Ereignissen den letzten zwei Monate:

Die Begeisterung von Uganda haben meine Eltern schön weitergetragen (ich habe gehört, wenn man Mama nach unserem Urlaub fragt, muss man echt viel Zeit mitgebracht haben). Mein Papa hat Franca auf die Idee gebracht mich doch in Uganda zu besuchen und schon 5 Tage später war der Flug gebucht. Für 2 ½ Wochen hab ich ihr dann mein schönes Leben hier zeigen können. Zuerst ging es auf Safari in den Murchison Falls National Park. Mit Nici und unserem Freund Fahadhi hatten wir zwei echt tolle Tage. Wir waren so glücklich und haben 5 Löwen aus nächster Nähe gesehen und sind mit unserem kleinen Boot ganz nah an eine Herde trinkender Elefanten herangekommen. Aber auch die Wasserfälle sind sehr beeindruckend. Ich frag mich immer noch, wie eine so große Menge Wasser durch eine so kleine Felsöffnung passt.

Da Franca noch nie in ihrem Leben auf der Südhalbkugel der Erde war, haben wir beschlossen zum Equator zu fahren. Wir haben uns in ein Matatu gesetzt und sind die 1 ½ Stunden dort hingefahren. Oh mein Gott hat Franca sich gefreut, als wir die Linie überquert haben. Das war echt goldig. Typisch Touris haben wir natürlich gleich mit dem Photoshooting angefangen. Plötzlich hörten wir die Frage „Darf ich auch mitmachen?“ auf deutsch. Vor uns Stand George, ein Ugander, der wie ich auch in dem Ortsteil Kyebando in Kampala, wohnt. Deutsch lernte er während seinem Studium in Stuttgart. Er hat mich schon vor einem halben Jahr einmal vor dem Regen gerettet und mich mit seinem Auto nach Hause gefahren. Seit dem hatten wir aber keinen Kontakt mehr. Aber man sieht sich ja immer zweimal im Leben und für uns war das sehr geschickt, weil wir uns eh schon überlegt haben, wie wir denn wieder nach Hause kommen, weil die Taxis auf dieser Straße eher selten sind. Im Auto hatten wir dann eine nette Unterhaltung über Oberschwaben. Er meinte er kennt eine Familie in einer Ortschaft um Ravensburg herum. Also gings ans Raten. Von Grünkraut über Baienfurt und Bergatreute, immer hieß es „nein“, bis er bei Bavendorf dann „Vielleicht“ meinte. Eine sehr amüsante Fahrt, mit dem Ergebnis, dass er vielleicht bald eine Reisecompany aufmacht, mit dem schönen Namen: „Amazing Tours – Unvergessliche Reisen“.

Mit unseren beiden Freunden Nick und Mahad haben wir mit Franca „The Cliffs“ besucht. Diese liegen auf einem der Hügel in Kampala. Man hatte von dort oben einen wunderbaren Blick über die Stadt und den See Viktoria. Hier ein paar Eindrücke:

Es gab aber natürlich auch wieder ein größeres Event in Kampala bzw. Jinja und zwar die „Break Fast Jam Eliminations 2016 Eastern Uganda“. Das ist praktisch eine Tanzveranstaltung, in der darum gebattelt wird, wer bei den Finals im November teilnehmen darf. Waren mal wieder super Showcases dazwischen und tolle Battels. Übrigens hatte ich auch meinen ersten „Auftritt“ vor großem Publikum. Moze hat mich in den Open Cypher geschoben und da musste ich mein erstes Solo hinlegen. War echt ein gutes Gefühl. Der Beweis dafür gibt’s hier zu sehen:

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Aber auch in mein Arbeitsleben ist Franca mit eingetaucht. Mit den Kindern hat sie sich super verstanden und wir haben ihnen zusammen Armbänder knüpfen beigebracht. War süß, wie sie zwei Tage später ihre Arme voll damit hatten. Auch beim Schwimmen war Franca fleißig dabei, die Kleinen nass zu spritzen. Wir haben den Tag dort verlängert und waren noch schön schaukeln, haben die Schildkröten bewundert und am Ende hab ich mit den größeren Jungs Fußball gespielt.

Da eine Freundin von Franca auch in Jinja ein Freiwilliges Jahr macht, ist sie dort noch für ein paar Tage hingefahren. Ich hab die beiden abgeholt und wir haben das EWAKA Gelände zusammen besucht. Der Bau läuft fort. Momentaner Stand:

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Leider ist die Zeit viel zu schnell verflogen. Franca ist heil in Deutschland angekommen und hier geht das Leben ebenfalls weiter.

Übrigens wollte ich euch mal paar Bilder zeigen, von einem Ausflug mit vielen unserer Freunde zeigen. Wir haben das schon öfter gemacht, dass wir einen großen Bus gemietet haben und alle zum Strand an den Viktoriasee gefahren sind. Dort gibt es dann immer gute Fußballspiele und am Ende wird entweder Karten gespielt, oder sich im See abgekühlt. Das sind schon immer echt schöne und lustige Tage.

Deutschland ist ja gerade im EM Fieber, aber auch hier fiebern die Deutschen mit. Zum Achtelfinale waren alle Deutschen beim Botschafter eingeladen zum Spiel anschauen. Wir dachten, dass das auch schön für unsere ugandischen Freunde wäre. Leider konnte nur Frank, aber wir haben es alle sehr genossen und nächstes Mal müssen einfach mehr mit. Das Haus ist schon echt luxuriös! War ne super Stimmung und ich freu mich schon aufs nächste Spiel.

EWAKA:

Wir haben vor ein paar Wochen 3 neue Kinder aufgenommen. Gift, Marc und Jordan sind Brians jüngere Geschwister und alle Kinder von Jonas Haushaltshilfe, die nach Kampala zog, weil sie kein Schulgeld für ihre Kinder aufbringen konnte. Wer also Interesse an einer Patenschaft hat, darf sich gerne bei mir melden!

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In letzter Zeit haben wir echt viel unternommen..

Im Mai waren wir zusammen mit SASCU im Zoo in Entebbe. Ich hab den Kindern einen Tag davor erzählt, wir machen morgen einen Ausflug und sie sollen bereit sind. Da ging das Ratespiel los. Keiner hat richtig getippt, deshalb war die Freude umso größer, als wir alle zusammen, 44 Leute in einem Schulbus für 30, auf die Straße Richtung Entebbe fuhren. Alle hatten sehr Spaß das Gelände auszukundschaften und die verschiedenen Tiere zu beobachten. Das Highlight waren die Affen. Die Kleinen konnte man fast nicht mehr von den Gitterstäben des Zaunes loslösen, so gebannt waren sie von den Schimpansen. Zum Mittagessen gings in das Restaurant am See, wo es für jeden einen Teller Pommes mit Ei gab. Danach tobten sich die Jungs beim Fußball spielen aus (EWAKA gewann sehr hoch gegen die SASCU Jungs), die Kleinen vergnügten sich auf dem Spielplatz und ein paar Mädels haben sich im Viktoriasee abgekühlt. Leider gings schon wieder viel zu früh zurück nach Kampala, wo alle glücklich ins Bett fielen.

Ein anderer schöner und ausgefüllter Tag war das BPU Outreach in SASCU. Viele von den kleineren Bgirls haben mich schon längere Zeit immer wieder danach gefragt, ob sie nicht mal die Kids von EWAKA unterrichten dürfen. Also haben wir alles in einen Event gepackt und von den BPU Leuten kamen 18 an der Zahl. Es wurde wieder kräftig beatboxing, tanzen und waking geübt. Niangoma, meine kleine Freundin vom BPU, hat Akello ihr altes Prinzessinenkleid geschenkt. Das war so süß und Akello ist stolz damit herumgelaufen.

Beim Handballtraining läufts auch immer besser! Obwohl wir nur wenig Platz zur Verfügung haben, machen die Jungs und Shadia große Fortschritte. Ich finde es aber immer schön, mit allen EWAKA Kids das Training anzufangen. Das heißt, wir spielen erst „Faules Ei“ oder ähnliche Spiele. Dann darf jedes Kind einen bestimmten Laufstiel vormachen, wie Frosch- oder Auf-einem-Bein-Hüpfen. Danach kommen dann die Kräftigungsübungen für die Großen. Das Gestöne ist immer groß, aber da werden sie auch immer besser. Es folgen die typischen Wurf-, Abwehr- etc. Übungen. Beim Abschlussspiel ist Auntie Grace immer voll dabei und feuert jeden an. Letztes Mal hat sie sogar selber mitgespielt und hat sich sogar sehr gut geschlagen.

Das neue Highlight ist jetzt aber, das wir jeden Donnerstag auf einem richtigen Handballfeld mit richtigem Tor trainieren können. Mein Freund Ismael vom Police Team trainiert eine Mädelsmannschaft in einem Internat. Dort sind wir letzten Donnerstag das erste Mal hingefahren.

Eigentlich dachte ich, die können alle zusammen trainieren, aber meine Kids sind einfach noch nicht soweit. Netterweise dürfen wir ab jetzt aber die andere Hälfte des Spielfeldes für unser Training benutzen. Ich freu mich schon auf nächste Woche, da Jasini und Fahad echt super Würfe haben und die anderen wirklich auch nicht schlecht sind. Außerdem haben sie viele Zuschauer gehabt. Es saßen ca 10 Mädels am Rand, die die ganze Zeit meine Jungs und Shadia angefeuert haben. Am Ende meinte Ronald zu mir, dass er jetzt schon weiß, dass er morgen Muskelkater hat. Alles in allem also ein sehr gelungenes Training.

Die Kinder hatten nie etwas, worin sie ihre ganzen Ergebnisse der Workshops aufbewaren konnten und die Kleider waren bisher auch nicht sehr geordnet, deshalb dachte ich mir, dass ich das Spendengeld doch gut für die üblichen Metallboxen einsetzten kann. Ich habe für jedes Kind eine Box anfertigen lassen. Da sie aber nur langweilig grün sind, dachte ich mir gebe ich Shamy & Philip eine Chance ihr künstlerischen Fähigkeiten zu zeigen. Sie haben letzte Woche die Kisten besprayed und diese Woche sprayen sie „EWAKA Family“ und den jeweiligen Namen des Kindes darauf. Sieht voll gut aus finde ich.

Mit den Kindern bin ich immer zu einem bestimmten Doctor in der Nähe gegangen. Der hat uns angeboten, dass er mal zu den Kindern kommen kann und sie über Hygiene und die Größeren über HIV etc aufklären kann. Letztendlich kamen zwei Krankenschwerstern, aber die konnten es auch sehr gut mit den Kindern und die waren auch sehr interessiert bei der Sache dabei.

Die Beatboxing und Graffiti Workshop sind nach wie vor ein Highlight der Woche und man sieht und hört die besten Resultate. Muss euch allen daheim mal die Filme zeigen.

Von Hamis, Adam, Sharon und Niangoma gab es einen schönen Breakdance Workshop. Ich finde es schön, wenn Gleichaltrige voneinander lernen können. Außerdem habe ich echt Respekt vor den zwei kleinen Mädels, die schon echt gute Tänzer UND Lehrer sind.

Ahmed unterrichtet immer noch Teakwondo. Hier sieht man auch gute Fortschritte.

Und auch beim Schwimmen haben sich echte Wasserratten entwickelt.

Street light hat jetzt ein neues Projekt gestartet: selber Flip Flop herstellen und zwar aus alten LKW Reifen. Wenn da nicht mal ein EWAKABusiness entsteht…

So das waren mal wieder die neuesten Updates.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer und übrigens bin ich dann ab 17. August wieder im Lande.

See you soon,

Veronika

P.S.: Kampala City by night

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